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"Ich habe mich nie ausgegrenzt gefühlt."
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Wassielios Papapostolu war achtzehn Jahre alt, als er 1956 von seinem Geburtsdorf Stratonion in der griechischen Region Chalkidike am Ägäischen Meer nach Münster reiste. Er wollte eigentlich nur einen Bekannten besuchen und für kurze Zeit in Deutschland bleiben. Heute lebt er immer noch hier. Vor dreißig Jahren hat er die deutsche Staatsbürgerschaft angenommen. Er fand eine Arbeit als Dreher, und eine Freundin hat er auch schnell kennen gelernt.
"Warum ich damals nicht wieder nach Griechenland zurückgekehrt bin? Mir hat es in Deutschland sofort gefallen. Ich komme aus einem kleinen Dorf, da war Münster schon interessanter. Ich habe mich rasch an die neue Lebensumgebung, an die Menschen und das Klima gewöhnt, und die vielen schönen Mädchen und Frauen waren auch ein Grund zu bleiben. Zu Hause in meinem Dorf gab es kaum welche."
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![]() Wassielioe Papapostolu 1958 mit zwei Bekannten im Freibad in Münster. |
Obwohl er die deutsche Sprache bis auf wenige Worte wie "Geld", "Butter" oder "Brot" nicht beherrschte, war dies keine Barriere. Nicht zuletzt mit Hilfe seiner Freundinnen hat er gut Deutsch gelernt. Auch heute trifft er noch täglich Bekannte: Im Restaurant seines grieschichen Freundes zum Beispiel oder in Cafés.
"Früher war ich ein richtiger Casanova, aber das hat nachgelassen. Langeweile kenne ich nicht. Morgens gehe ich die Enten füttern, die kennen mich mittlerweile. Irgendwann wurde ein Schild aufgestellt: Enten füttern verboten. Ich habe einfach meine Jacke über das Schild gehängt. Nach dem Entenfüttern gehe ich in die Stadt und trinke einen Kaffee oder eine Cola. Mittags esse ich häufig im Restaurant meines Freundes. Manchmal helfe ich dort auch aus.
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"Die jungen Leute, die dort arbeiten, mögen mich. Leider gibt es in Münster keinen Treffpunkt für Griechen, wo wir uns in Ruhe unterhalten oder spielen können. Daher müssen wir noch überlegen, wo wir uns heute abend das Fußballspiel anschauen."
Die Entscheidung, in Münster zu leben, fiel ihm damals, trotz der Trennung von seiner Familie, nicht sonderlich schwer. Er liebte die Stadt, verdiente Geld und hatte viele Freundinnen. Seinen Eltern ließ er so viel zukommen wie er konnte, und die Verbindung zur Familie ist nie abgebrochen. Früher hat er jeden Sommer seine Eltern besucht. "Wenn ich bei ihnen war und mich verabschiedete, haben wir jedesmal geweint", erzählt Vasilius Papabostolous.
"Ich fühle mich sowohl hier als auch bei Mama wohl. Wenn ich in Griechenland bin ,vermisse ich die deutsche Küche. Und wenn ich in Münster bin, kann ich kaum den Sommer erwarten, um mich in Griechenland auszutoben. Ich liebe das Wasser. Mein Bruder ist Hobbytaucher, und wir sind dann ständig auf dem Meer."
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Seine einzige Sorge ist die finanzielle Absicherung. Obwohl er keine Kinder versorgen muß, kommt er mit seiner Rente kaum aus.
"Vielleicht gewinne ich endlich mal im Lotto. Ich spiele schon seit vierzig Jahren. Aber wichtiger ist es, gesund zu bleiben."
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![]() Langeweile hat Wassielios Papapostolu kaum.Er sitzt Cafés und trifft sich mit Bekannten.Einige von ihnen arbeiten im Restaurant eines Freundes. |
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Wassielios Papapostolu ist noch unschlüssig, ob er wieder zurück nach Griechenland gehen soll.
"Ich bin mit achtzehn nach Deutschland gekommen und hier praktisch aufgewachsen. In Griechenland habe ich nichts zu tun und im Winter ist es dort trostlos. Letztlich ist es mir egal, wo ich begraben werde. Die Erde in Griechenland ist die gleiche wie in Deutschland."
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